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Lattich

Lattich leere Halle mit Fässern und Trennwand

Pionierarbeit für einen urbanen Kreativraum

Manche Projekte beginnen als Experiment und legen den Grundstein für etwas Grosses und Bleibendes. So war es auch bei meinem Engagement für die Zwischennutzung «Lattich» im Jahr 2016, die in einer alten Lagerhalle des Güterbahnhofs St.Gallen stattfand.

Im Auftrag der REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee durfte ich während zwei Monaten als Gastgeber fungieren und die Nutzungsanfragen koordinieren. Meine Aufgabe war es, den leeren Raum mit Leben zu füllen: Ich traf mich mit Interessenten, plante Hallenübergaben, bereitete die Flächen für die nächsten Nutzer vor und war Ansprechpartner für alle Anliegen. In einem Raum ohne Erfahrungswerte war dies eine spannende Herausforderung, die viel Gelassenheit, Vertrauen und ein feines Gespür für die unterschiedlichsten Bedürfnisse erforderte.

Die Vielfalt war enorm: Von Theateraufführungen und Ausstellungen über Kochprojekte und Tango-Abende bis hin zu Firmenfeiern und privaten Anlässen war alles dabei. Jeder Nutzer hatte andere Prioritäten, jede Veranstaltung ihre eigene Dynamik. Diese intensive Zeit lieferte unschätzbare Erkenntnisse darüber, was ein solcher Raum braucht, um zu funktionieren.

Diese intensive Erfahrung war eine Art Initialzündung. Sie zeigte, dass an diesem Ort in St.Gallen etwas entstehen konnte – etwas Lebendiges und Vielfältiges. Aus diesem «Ankommen» vor Ort, aus dieser ersten Bewährung, entwickelte sich später das eigenständige Projekt «Lattich» mit seinen Kleingewerberäumen. Es entstand aus den Erkenntnissen dieser Zwischennutzungsphase etwas Neues und Eigenständiges: ein etablierter Ort für Kreativität, Handwerk und Gemeinschaft. Ein schönes Beispiel dafür, wie aus einer mutigen Experimentierphase eine nachhaltige und erfolgreiche Erfolgsgeschichte entstehen kann – manchmal auf ganz unerwarteten Wegen.

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