Die Kunst des Zusammenbringens
Als die REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee mich 2022 für die Umsetzung des BIGNIK in der St.Galler Innenstadt an Bord holte, war klar: Dies ist mehr als nur ein Event. Es ist eine künstlerische Intervention, die ein Höchstmass an Koordination erfordert.
Die Vision der Künstler Frank und Patrik Riklin ist langfristig und ambitioniert: ein wachsendes Picknicktuch für die ganze Ostschweiz, das Jahr für Jahr grösser wird. Pro Einwohner der Region soll ein Tuchmodul entstehen – insgesamt 293'438 Module. Jedes Jahr werden neue Module genäht und an einem anderen Ort in der Region ausgelegt. 2022 war St.Gallen Gastgeber dieser jährlich wachsenden Intervention. Das bedeutet auch: einen hochfrequentierten urbanen Raum für einen Tag in eine autofreie Zone zu verwandeln. Meine Hauptaufgabe war daher das Management der zahlreichen Stakeholder.
Dank meiner Erfahrung mit «Aufgetischt St.Gallen» kannte ich die Akteure und die komplexen Bewilligungsprozesse. Der Schlüssel zum Erfolg lag darin, proaktiv auf die unterschiedlichen Interessengruppen zuzugehen: von der Stadtverwaltung und den Quartiervereinen über die katholische Administration des Stiftsbezirks bis zu den Gewerbe- und Gastronomieverbänden. Es galt, Bedenken ernst zu nehmen, Informationsflüsse sicherzustellen und gemeinsam Lösungen zu finden, die den Anlass ermöglichten, ohne das öffentliche sonntägliche Leben lahmzulegen.
Dieses Projekt hat eindrücklich gezeigt, dass erfolgreiche Events nicht nur auf Logistik, sondern vor allem auf gelungener Kommunikation und dem Aufbau von Vertrauen basieren. Am 12. Juni 2022 wurde diese sorgfältige Vorarbeit mit einem unvergesslichen, friedlichen Anlass bei bestem Wetter belohnt.